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Ribery (l.) und Robben standen
zuletzt im Pokalfinale zusammen in der FCB-Startelf
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München/Hoffenheim.
"Haut mir doch mal ab mit der Meisterschaft!", hätte Christian
Nerlinger sagen können, als die unvermeidliche Reporterfrage
kam: "Wir haben jetzt erst mal wieder ein Spiel gewonnen und
Dortmund ist immer noch ganz weit weg. Wir denken von Spiel zu
Spiel und sehen was möglich ist." Christian Nerlinger hätte das
so sagen können. Aber beim FC Bayern kann und darf man
offensichtlich nicht so denken und so reden. Und so antwortete
der Sportchef nach dem 4:0 gegen Hoffenheim auf die M-Frage: "So
ein Nachmittag stimmt einen natürlich wieder zuversichtlich."
Einladung zum Träumen
Nerlinger sagte es noch vor dem Remis der Dortmunder in
Kaiserslautern - also auf die Gefahr hin, in den
Sonntagszeitungen mit 15 Punkten Rückstand auf den
Tabellenführer mit dieser Aussage zitiert zu werden. Und mit der
Botschaft, dass sich der Rekord-Champion noch immer als
Titelanwärter sieht, als totaler Träumer dazustehen. Aber was
sein Team an diesem Abend leistet, lud eben auch zum Träumen
ein: Das erste Saisonspiel mit Ribery und dem überragenden
Doppeltorschützen Robben in der Startformation - es war
Zaubervorstellung und Machtdemonstration in einem.
Alles Lästige weggewirbelt
Die "Rib-und-Rob"-Show wirbelte für den Moment alles Lästige
beim FC Bayern hinweg: Die Erinnerung an das blamable 2:3 in
Köln, die Elends-Analysen danach, die Debatten um den Eigensinn
von Trainer Louis van Gaal. Sie sorgte stattdessen für schöne
Aufnahmen von glücklichen und begeistert klatschenden FCB-Bossen
auf der Tribüne. Bayern in der Krise? "Nach diesem Spiel nicht
mehr", musste Hoffenheims Andreas Beck bei LIGA total! voller
Respekt anerkennen.
"Startschuss für wichtigen Wochen"
Es war ein überzeugender "Startschuss für wichtigen Wochen", wie
Nerlinger es ausdrückte. Die Auswärtsaufgabe bei den Mainzern
mit ihrem Taktik-Tüftel-Trainer Thomas Tuchel. Das
Pokal-Halbfinale gegen Schalke. Und über allem die
Final-Revanche gegen Inter Mailand in der Champions League. Für
die sieht Nerlinger sein Team nun wieder bestens gerüstet. Das
Hoffenheim-Spiel habe gezeigt, dass Trainer Louis van Gaal nun
wieder ein "nicht nur in der Bundesliga, sondern auch
international ein schlagkräftiges Team" beisammen habe.
"Wie Messi und Xavi oder Ronaldo und Özil"
Vor allem, weil er nun wieder zwei Spieler hätte, die "eben
immer ein i-Tüpfelchen setzen" könnten. Den angesprochenen
Ribery und Robben huldigte auch van Gaal mit Komplimenten, wie
man im Fußball keine größeren machen kann: "Mit Robben und
Ribery haben wir mehr Kreativität nach vorne. Sie sind
unglaublich wichtig für den FC Bayern, wie Messi und Xavi für
den FC Barcelona oder Ronaldo und Özil für Real."
Wie in der Double-Saison
Mit Doppeltorschütze Robben und dem kongenialen Zuarbeiter, mit
Thomas Müller und Bastian Schweinsteiger zurück an ihren
angestammten Positionen erinnerte Bayern wieder an das
Erfolgsteam der Double-Saison. Wobei es doch einen Unterschied
gab: Einen, der im von Robben und Ribery entfachten
Offensiv-Rausch etwas unterging. Auf dessen Erwähnung Nerlinger
aber Wert legte: "Wir haben unter der Woche an einem veränderten
Defensivkonzept gearbeitet - und man hat gesehen, dass es
funktioniert hat."
Mehr defensive Sicherungen
Der Angriffs-Apostel van Gaal hat sich von den
ergebnisorientierten Klub-Oberen überzeugen lassen, ein paar
defensive Sicherungen mehr als üblich in seine Strategie
einzubauen. Man sah es an dem nicht mehr so großen Drang, die
Ballbesitzstatistik mit mindestens 100:0 zu gewinnen (diesmal:
51:49). An der ungewöhnlich großen Zahl an Momenten, in denen
sich Bayern nach der frühen 2:0-Führung zurückzog und den Gästen
das Spiel überließ.
"Grottenschlechte" Hoffenheimer
Das konnten sie sich erlauben gegen eine Hoffenheimer
Mannschaft, an deren Leistung Trainer Marco Pezzaiuoli nichts
beschönigte: "Wir waren grottenschlecht." Gegen ein
Offensivtrio, das zusammen 28 von 33 Zweikämpfen verlor - mit
einem Ryan Babel (12 von 13), den aktuell nur noch
Fantasy-Autoren als "Weltstar" bezeichnen können. Was noch
deutlicher wurde im Vergleich mit dem Oranje-Kollegen Robben,
der nach dem Spiel bei LIGA total! noch eine sanft formulierte
Drohung aussprach: "Ich glaube, dass ich noch besser spielen
kann." |