
Andreas Beck wechselte 2008 aus
Stuttgart nach Hoffenheim
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Hoffenheim. Die
Winterpause sollte eine Zeit der Erholung sein - normalerweise.
In Hoffenheim werden sie in diesem Jahr froh sein, wenn endlich
wieder Fußball gespielt wird. In Sachen Erholung war in den 26
Tagen fußballloser Zeit bei der TSG nicht viel geboten. Trainer
Rangnick weg - ebenso Luiz Gustavo. Demba Ba vor dem Absprung.
Dazu Gerüchte um finanzielle Ungereimtheiten.
"Enger zusammenrücken"
Vor dem Rückrundenstart gegen Werder Bremen erklärt Kapitän
Andreas Beck im Gespräch mit SPORT1, wie es in Hoffenheim
trotzdem weitergehen soll. "Wir müssen noch enger
zusammenrücken", gibt der ehemalige Stuttgarter als Maxime aus.
Der Verteidiger spricht auch über den neuen Trainer Marco
Pezzaiuoli, den Bärendienst eines Stürmers und seine
persönlichen Ziele.
SPORT1: Aktuell sorgen Meldungen über Finanzprobleme in
Hoffenheim für Aufsehen. Hat Sie das überrascht?
Andreas Beck:
Man bekommt das über
die Presse mit. Aber es ist schwer, dazu Stellung zu beziehen.
Das operative Geschäft ist eine Sache der Geschäftsführung. Die
Verantwortlichen haben diese Dinge voll im Griff.
SPORT1: Nach der recht erfolgreichen Hinrunde gab es
zuletzt viel Unruhe. Ralf Rangnick ist nicht mehr Trainer, Luiz
Gustavo ist zu den Bayern gewechselt. Demba Ba will weg und wird
nicht mehr zum Einsatz kommen. Inwiefern hat das die
Vorbereitung auf die Rückrunde gestört?
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Beck:
Zum Beginn des neuen Jahres war das ein Paukenschlag nach dem
anderen. Mit vielen Veränderungen auch für die Mannschaft. Es
waren turbulente Tage, aber wir haben im Trainingslager gut
gearbeitet. Uns war bewusst, dass wir in dieser schweren Phase
noch enger für den Verein zusammenrücken müssen. Ich bin positiv
gestimmt.
SPORT1: Bedauern Sie es, dass Ralf Rangnick nicht mehr
Trainer ist?
Beck:
Im ersten
Moment waren wir natürlich alle sehr überrascht und ein Stück
weit geschockt. Aber im Fußball stehen oft Veränderungen an und
da gehören auch solche Dinge dazu. Für uns geht es nun darum,
mit dem neuen Trainerstab und der veränderten Mannschaft diese
Dinge in positive Energie umzuwandeln. Es hilft ja nichts, das
nächste Bundesligaspiel steht schon vor der Tür. Ralf Rangnick
hat in Hoffenheim eine Ära geprägt und den Verein nach oben
geführt. Viele von uns sind ihm sehr dankbar, für die Basis, die
er ihnen hier in Hoffenheim geboten hat.
SPORT1: Inwiefern unterscheidet sich die Trainingsarbeit mit dem
neuen Coach Marco Pezzaiuoli?
Beck: Es ist schwer, die beiden zu vergleichen. Marco Pezzaiuoli
macht bisher einen sehr guten Eindruck. Fachlich ist er ein
absoluter Topmann. Ich denke, wir haben die ersten Einheiten und
das Trainingslager sehr gut absolviert. Er sagt uns ganz genau,
was er von uns erwartet. Gut
ist, dass er von der Philosophie darauf aufbaut, was wir in den
letzten Jahren gemacht haben. Die Spielausrichtung ist eine
ähnliche. Trotzdem gibt es Feinheiten, die seine Handschrift
ausmachen und die er uns in den letzten Wochen mitgeteilt hat.
SPORT1: Also ist nicht damit zu rechnen, dass die Mannschaft
komplett anders auftreten wird?
Beck: Die
Grundtendenz geht immer noch in die gleiche Richtung. Hoffenheim
hat eine Spielphilosophie, die Marco Pezzaiuoli weiter
verfeinern möchte. Was uns stark gemacht hat, wollen wir weiter
ausbauen. Ich denke aber schon, dass wir ein Stück weit anders
auftreten werden, weil der Trainer eine andere Handschrift hat.
SPORT1: Wie
beurteilen Sie das Verhalten von Demba Ba?
Beck:
Ich und auch
die Mannschaft finden es sehr schade, wie sich das entwickelt
hat. Er ist sportlich ein Riesenverlust für die Mannschaft. Aber
wir müssen uns jetzt mit den Spielern beschäftigen, die da sind.
Er ist leider nicht mehr da. Zum allem weiterem wurde schon viel
geschrieben und viel gesagt.
SPORT1: Haben Sie
noch Kontakt zu ihm?
Beck: Ich habe
keinen Kontakt zu ihm.
SPORT1: Sie haben
schon gesagt, dass die Mannschaft enger zusammenrücken muss.
Reicht das, um die Abgänge von Luiz Gustavo und Demba Ba zu
kompensieren?
Beck: Eins-zu-eins
kompensieren kann man Luiz Gustavo Ba derzeit nicht. Aber ich
denke im Kollektiv und in der Geschlossenheit der Mannschaft
müssen wir das machen. Aber das sind Spieler, die unglaublich
wertvoll für uns waren. Aber wir werden uns schon was einfallen
lassen.
SPORT1: Denken Sie,
dass noch neue Spieler dazukommen?
Beck: Die Aussagen,
die man hört, deuten darauf hin. Ich gehe fest davon aus, dass
uns noch der eine oder andere Spieler verstärken wird. Aber es
macht keinen Sinn, Namen zu kommentieren.
SPORT1: Es sind nur
wenige Punkte bis zu den internationalen Plätzen. Ist das ein
Ziel?
Beck: Ich denke, wir
haben in der Vorrunde gezeigt, zu was wir in der Lage sind.
Hätten wir nicht so viele Punkte in den Schlussminuten verloren,
würden in der Tabelle auch noch besser dastehen. Aber jetzt von
Zielen zum Saisonende zu sprechen ist hypothetisch. Wir müssen
erstmal sehen, wie wir in die Rückrunde starten. Wie wir nach
den Abgängen aufgestellt sind. Das macht die ganze Ausgangslage
natürlich schwieriger für uns. Es ist wichtig, die Spiele mit
Energie anzugehen und auch gewinnen zu wollen. Aber jetzt das
internationale Geschäft als Muss anzugeben, wäre nach den
Veränderungen in der Winterpause der falsche Weg.
SPORT1: Der erste
Gegner ist Werder. Wie schätzen Sie die Bremer ein?
Beck: Werder Bremen
war in den letzten Jahren immer ein sehr starker Gegner. Ein
sehr spielstarker Gegner. Trotzdem wollen wir auch dieses Spiel
gewinnen. Bremen hatte eine schwere Hinrunde, aber in der
Rückrunde sind die Vorzeichen neu. Gerade wenn der Gegner ein
bisschen angeschlagen ist, ist er oft am gefährlichsten.
SPORT1: Was sind
Ihre persönlichen Ziele für die Rückrunde?
Beck:
Das Wichtigste
ist, gesund zu bleiben. Es war gut, dass ich in jedem
Pflichtspiel von der ersten bis zur letzten Minute gespielt
habe. Mit Hoffenheim wollen wir weiter erfolgreich sein und es
gerade den Leuten zeigen, die jetzt nicht mehr mit uns rechnen.
Und es ist immer ein Ziel von mir, in der Nationalmannschaft zu
spielen. Die Europameisterschaft ist definitiv ein Ziel von mir. |