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Gylfi Sigurdsson wechselte vom FC
Reading aus Englands Zweiter Liga nach Hoffen-heim.
Foto:
www.sport1.de |
Sinsheim/Hoffenheim.
Gylfi Sigurdsson weiß zwar, wo das Tor steht - er weiß aber
nicht, wo er wohnt.
"Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung, wie der Ort heißt. Ich
weiß nur, dass er nahe am Trainingsgelände liegt", antwortete
der Isländer in Diensten von 1899 Hoffenheim auf die Frage, ob
er sich in seinem neuen Wohnort Wiesloch bereits eingelebt habe
Beim 4:0 (1:0)-Erfolg zuvor
über Hannover 96 war der
Offensivspieler alles andere als orientierungslos gewesen.
Mit zwei Toren und
einer Vorlage führte der 21-Jährige die Kraichgauer am zehnten
Spieltag auf den dritten Tabellenplatz
Alle 59 Minuten ein Treffer
Nach seiner Gala gab sich der Matchwinner bescheiden. Erst
musste Sigurdsson von seinen Teamkollegen zur Feier mit den Fans
auf dem Zaun gedrängt werden, dann stellte er sein Licht unter
den Scheffel und lobte die Mannschaft. "Das Team hat sehr gut
gespielt. Ich hoffe, dass ich im Team bleiben darf", sagte der
5,2 Millionen Euro teure Neuzugang vom englischen Zweitligisten
FC Reading, der am letzten Tag der Transferperiode nach
Hoffenheim kam und bis 2014 beim Klub von Trainer Ralf Rangnick
unter Vertrag steht. Vier Jahre will Sigurdsson allerdings nicht
verstreichen lassen, bis er Interviews auf deutsch anstatt wie
bisher auf englisch führen kann. "Ich hoffe, dass ich in ein
paar Monaten soweit bin. Ich gewöhne mich noch ein, aber ich
genieße es hier. Alle machen es mir leicht und unterstützen
mich", sagte der in Reykjavik geborene U-21-Nationalspieler, der
bislang im Schnitt alle 59 Minuten trifft und bereits vier
Saisontore auf dem Konto hat.
Zwei Tore, eine Vorlage
"Ich weiß nicht, ob es für mich und für das Team so gut weiter
geht. Ich schaue nicht so weit voraus", meinte Sigurdsson, der
seinen Einsatz gegen Hannover nur der Magen-Darm-Grippe des
eigentlich vorgesehenen Boris Vukcevic zu verdanken hatte. Für
einen Ersatzmann spielte Sigurdsson nicht schlecht. Zunächst
traf der Isländer vor 28.450 Zuschauern zweimal selbst (45.+1,
48.), dann bereitete er das Tor von Demba Ba (51.) vor. Den
vierten Treffer erzielte Peniel Mlapa (71.). Hannover hatte sich
früh selbst geschwächt, da Manuel Schmiedebach in der 18. Minute
die Gelb-Rote Karte sah. |
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Tipp von Rangnick junior
Von der auch in Unterzahl zunächst guten Vorstellung der
Niedersachsen sprach nach dem Spiel aber niemand mehr. Alle
redeten nur noch über Sigurdsson. "Gylfi hat gezeigt, was er
drauf hat", sagte Hoffenheims Kapitän Andreas Beck. "Seine große
Stärke ist, dass er den Abschluss sucht", ergänzte Rangnick, der
sich eigentlich bei seinem Sohn Kevin bedanken müsste.
Schließlich war es der Filius des Trainers, der während seiner
Schulzeit in Bradfield den Jungstar im Dress des FC Reading
gesehen und seinem Vater eine Verpflichtung ans Herz gelegt
hatte.
Neuzugänge zahlen sich aus
Doch nicht nur der Transfer Sigurdssons scheint sich für die
Hoffenheimer bezahlt zu machen. An allen Treffern waren
Neuzugänge beteiligt. "Sie passen alle zu uns - menschlich und
von der Qualität. Es sind Super-Jungs", sagte Manager Ernst
Tanner. So sieht es auch Rangnick: "Wir haben ja ganz bewusst
auf junge Spieler gesetzt. Schon nach ein paar Wochen war zu
sehen, dass wir mit den Jungs nicht ganz so falsch gelegen haben
- nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich."
Rangnick optimistisch
Eine rosige Zukunft wollte Rangnick, der Vedad Ibisevic nach
dessen Roter Karte im DFB-Pokal 90 Minuten auf der Ersatzbank
schmoren ließ, aber trotz des momentanen Erfolgs nicht
versprechen. "Wir haben doch am eigenen Leib erfahren, was
passieren kann", sagte der Coach mit Blick auf den Absturz des
damaligen Herbstmeisters vor knapp zwei Jahren.
Dennoch ist Rangnick grundsätzlich optimistisch:
"Der Umgang untereinander in den vergangenen Wochen stimmt mich
zuversichtlich.
Wir
haben aus der Gruppe heraus wieder Kraft." |