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Bruno Labbadia
kam vor der Saison von Bayer Leverkusen zum HSV
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www.sport1.de |
Sinsheim/Hoffenheim. Seine
Stimme zitterte und war leise. Bruno Labbadia fehlte die Kraft
nach der bitteren 1:5 (0:3)-Demütigung bei 1899 Hoffenheim. Der
Hamburger SV hat vier Tage vor dem Halbfinal-Rückspiel in der
Europa League beim FC Fulham den vorläufigen Tiefpunkt einer
katastrophalen Rückrunde erlebt. Und die Zukunft des seit Wochen
in der Kritik stehenden Trainers ist offener denn je. Aktuell
deutet vieles auf eine Entlassung des 44-Jährigen hin. Ein
Bekenntnis kam Vorstandsboss Bernd Hoffmann jedenfalls nicht
über die Lippen. Zerknirscht sagte er bei LIGA total!: "Ich muss
diese Niederlage erstmal sacken lassen." "Wir werden jetzt
zunächst alle Gespräche gemeinsam mit dem Trainer führen und
danach müssen wir sehen, was das Richtige für Donnerstag ist."
Versichern wollte er nicht, dass Labbadia auch noch im Rückspiel
gegen Fulham auf der Bank sitzt.
Macht Rauswurf Sinn?
Aus der verklausulierten Fußball-Sprache übersetzt, heißt das im
Klartext: Labbadia muss um seinen Job bangen. Eindeutig ist aber
auch, dass Hoffmann, der Labbadia vor der Saison unbedingt
verpflichten wollte, mit seinem Namen für den Trainer steht.
Fraglich wäre zudem, ob ein Rauswurf vor dem wichtigen Spiel
gegen Fulham überhaupt Sinn macht. Eine Krisensitzung fand am
Sonntagabend nicht mehr statt. Labbadia selbst weiß, dass der
Druck auf ihm lastet. "Das war eine desolate Leistung von uns.
Ich bin sehr enttäuscht. Es ist ein bitterer Moment", beschrieb
der Coach seine Gefühlslage. Ob er auch beim nächsten Spiel
damit rechnet, auf der Bank zu sitzen? "Natürlich muss ich davon
ausgehen. Wir werden uns genaue Gedanken machen, wie wir am
Donnerstag auftreten. Das ist meine Pflicht." Er wehrte sich
aber gegen Vorwürfe, die Mannschaft spiele gegen ihn: "Wenn die
Mannschaft gegen den Trainer spielen würde, würde sie auch gegen
sich selbst spielen. Das macht keinen Sinn." "Wir wollten die
Chance auf die Europa League wahren. Stattdessen präsentieren
wir uns so, wie wir uns in dieser Saison noch nicht präsentiert
haben", sagte er konsterniert. Bei fünf Punkten Rückstand auf
den Tabellensechsten VfB Stuttgart bleibt dem HSV wohl nur noch
die Hoffnung auf den Titel in der Europa League, um sich erneut
für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Vedad
Ibisevic (2., 11.) brachte die Gastgeber mit seinen Saisontoren
Nummer elf und zwölf früh in Führung. |
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Trochowski
fehlen die Worte
Chinedu Obasi (31.) erhöhte noch vor der Pause auf 3:0. Nach dem
sehenswerten Ehrentreffer durch Robert Tesche (65.) bauten
erneut Obasi (72.) und Sejad Salihovic das Ergebnis weiter aus
(77.). Eine Minute vor dem Ende sah Youngster Tolgay Arslan
wegen einer vermeintlichen Tätlichkeit zudem eine allerdings
unberechtigte Rote Karte. Den Hamburger Profis fehlten
anschließend die Worte. Nationalspieler Piotr Trochowski zeigte
sich ratlos. "Ich habe keine Erklärung, wieso man sich so
vorführen lässt. So, wie wir aufgetreten sind, ist das
unverantwortlich. Das ist unerklärlich. Wir wissen nicht, wie
wir als Mannschaft gegen die ganzen Schwierigkeiten ankämpfen
sollen."
Unruhe von Außen
Er bemängelte, dass zu viel Unruhe von außen in die Mannschaft
hereingetragen werde. Frank Rost bemerkte: "Für mich ist nur
wichtig, dass wir einigermaßen gestärkt in das Rückspiel in
Fulham gehen." "Weil wenn wir da vorne attackieren und drauf
gehen, kriegen wir genauso eine Packung wie hier, da müssen wir
uns schon ein bisschen anders anstellen." Bei Hoffenheim
herrschte dagegen Zufriedenheit. Die Negativserie von sieben
Partien ohne Sieg gehört der Vergangenheit an. Die verbleibenden
zwei Spiele in Frankfurt und gegen Stuttgart können und etwas
gelassener angegangen werden. "Die frühen Tore haben uns sehr
gut getan. In den folgenden Partien wollen wir nun an unsere
Leistung anknüpfen", blickte Trainer Ralf Rangnick voraus. |